Geschichte

Im Jahre 1856, war es eine soziale Grundhaltung, die verantwortungsvolle Heilbronner Industrielle unter der Initiative des Papierfabrikanten Adolph von Rauch dazu bewog, den Bau einer Arbeitersiedlung vor den Toren der aufstrebenden Industriestadt Heilbronn (dem "schwäbischen Liverpool") anzuregen. Noch im Gründungsjahr wurden von der "Gesellschaft zum Bau von Arbeiterwohnungen" zwei Häuser mit 20 Wohnungen errichtet - Musterbeispiele für einen neuartigen, sich an sozialen Aspekten orientierten Wohnungsbau. 115 Jahre lang haben Heilbronner Arbeiterfamilien in den Häusern gewohnt. Obwohl Ausstattung und Wohnqualität längst von der Zeit überholt, waren diese Wohnungen doch typisch für die grundsätzliche Ausrichtung der Stadtsiedlung:

Schaffung von Wohnraum, solide und dauerhaft, neuen Entwicklungen aufgeschlossen, mit ausgeprägter sozialer Verpflichtung.

1941 fusionierten drei gemeinnützige Heilbronner Wohnungs- unternehmen zur Stadtsiedlung Heilbronn AG.

Der schrecklichste Tag in der Heilbronner Stadtgeschichte traf auch die Stadtsiedlung schwer. Bei den Bombenangriffen am 4. Dezember 1944 wurden über die Hälfte der rund 700 Wohnungen zerstört. Nach dem Kriegsende leitete die Stadtsiedlung gestützt auf öffentliche Mittel einen großen Anteil am Wiederaufbau.

1955 ging als Jahrhundertbaujahr in die Unternehmensgeschichte ein. Zu den 1000 bestehenden Mietwohnungen kamen über 400 neue Wohnungen dazu. Die Jahre des wirtschaftlichen Aufschwungs begleiteten die Stadtsiedlung, die permanent günstigen Wohnraum für die wachsende Bevölkerung bereitstellte.

1971 übertrug die Stadt Heilbronn 900 Wohnungen aus dem Bestand und damit die komplette kommunale Wohnraumversorgung an die Stadtsiedlung, die zu diesem Zeitpunkt als einziges kommunales Wohnungsunternehmen des Landes auch außerhalb Heilbronns tätig wurde.

1990 eröffnete der Wegfall der Gemeinnützigkeit für die Stadtsiedlung mehr Spielraum. Das Unternehmen wird in eine GmbH umgewandelt, der Sozialauftrag im Sinne des Gemeinwohls, möglichst breite Bevölkerungsschichten mit Wohnraum zu versorgen, bleibt bestehen.

Neue Standbeine im Bauträgergeschäft wie betreutes Wohnen, Eigenheime in Form von Eigentumswohnungen und kostengünstigen Reihen- und Doppelhäusern sowie Sanierungs- und Modernisierungsprogramme entstehen.

Aus den 20 Wohnungen des Jahres 1856 sind heute ca. 4000 geworden. Es gelang dem Unternehmen die soziale Ausrichtung mit der notwendigen Wirtschaftlichkeit und Effizienz zu verbinden. So wurde die Stadtsiedlung nicht nur zum zweitältesten Wohnungsunternehmen Deutschlands, sondern auch zu einem der ältesten Unternehmen in der Region und konnte im Jahre 2006 sein 150-jähriges Jubiläum feiern.